
Hier spiegelt sich die von Grays speziell für Mme Mathieu Lévy geschaffene Atmosphäre wider. Es war ein bestimmter Stil, den sie mit großem Geschick bei den Plänen für den 1923 stattfindenden Salon des Artistes Décorateurs weiterentwickelte. Nach einem Intervall von zehn Jahren - 1913 hatte sie zum ersten mal daran teilgenommen - plante sie eine ehrgeizige Installation mit dem Titel "Schlafzimmerboudoir für Monte Carlo". Der Titel verrät bereits Grays wachsendes Interesse für die Gestaltung des häuslichen Raums und das Konzept eines Mehrzweckraums; außerdem erinnert er an ihre Vorliebe für mediterranes Licht. Grays Projekt war schlicht und gleichzeitig luxuriös. Die Wirkung der hellen, nackten Wände und der dunklen Bodenteppiche wurde durch große, abstrakte Lackpaneele und einen abstrakt gemusterten, kleinen, dunklen Läufern gemildert. Vor der vertäfelten Wand stand auf kannelierten weißen Stuckfüßen eine Liege in dunklem Lack, die übersät war mit Kissen und Fellen. Sie war flankiert von zwei weißen "Block"-Wandschirmen, die Gray in der Rue de Lota entwickelt hatte. Rechts davon standen ein schwarz lackierter Schreibtisch und eine futuristische, braun und ocker lackierte und bemalte Stehlampe mit einem Pergamentschirm und einem Holzfuß, dessen Form an eine Rakete erinnert. Die Tür in einer Nische zur Linken und die Deckenleuchten entwickelten ähnlich geometrische Formen und Motive.
Der Raum stimmte kaum mit dem allgemeinen Tenor des französischen Designs überein, der von der vorherrschendenden Art-deco-Ästhetik mit all ihren retrograden Tendenzen geprägt war. Grays Gestaltung wurde von der französischen Presse ins Lächerliche gezogen; ein Kritiker bezeichnete sie sogar als die Tochter Caligaris, mit all ihrem Grauen. Aber zumindest eine Stimme zollte dem Schlafzimmer-Boudoir Anerkennung: Der holländische Architekt Jacobus J. P. Oud schrieb Gray 1924 eine Postkarte mit folgendem Text: "Ich entdecke in einer holländischen Zeitschrift die Abbildung eines Raums, den sie entworfen haben. Ich bin außerordentlich an Ihren Arbeiten interessiert und würde gerne mehr davon sehen." Ouds Anerkennung bestärkte Gray in ihren neuentwickelten Ansichten. Mitte der zwanziger Jahre gab es für sie keinen Zweifel mehr daran, dass ihre künstlerische Laufbahn nur auf dem Gebiet der Architektur vorangetrieben werden konnte. Sie hatte ihre Leidenschaft für Lack und luxuriöse Dekorationen ausgelebt; auch ihre Begeisterung für Jean Désert ließ allmählich nach. 1930 gab sie den Laden auf.
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EINLEITUNG
IRLAND - PARIS
KÜNSTLERKARRIERE
JACQUES DOUCET
LACKKUNST
MADAME LÉVY
JEAN DÉSERT
SCHLAFZ.-BOUDOIR
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"E-1027"
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